Wilderei – das blutige Geschäft

 

Die weltweite Wilderei und der damit zusammenhängende illegale Handel mit Tierprodukten sind in den letzten Jahren dramatisch angestiegen. Grund dafür ist die starke Nachfrage vor allem auf dem asiatischen Markt. Das Verlangen nach Luxusprodukten und ein absurder medizinischer Aberglaube treiben den Markt und somit die Wilderei weiter an. Dem Horn des Nashorns etwa werden allerlei Heilkräfte nachgesagt. Das Horn wird pulverisiert und anschließend durch die Nase geschnupft. Damit sollen Krankheiten geheilt, dem Unwohlsein nach übermäßigem Alkoholkonsum entgegengewirkt und der gesellschaftlich hohe Stand dargeboten werden. Dabei besteht das Rhino-Horn lediglich aus Keratin, dem gleichen Material wie menschliche Fußnägel, und ist damit völlig wirkungslos. Jährlich sterben etwa 1000 Nashörner durch Wilderei, denn auf dem Schwarzmarkt wird das Horn des Rhinos höher gehandelt als Gold und ist damit eine mächtige Einnahmequelle für die Händler.

 

 Vor 100 Jahren gab es weltweit noch etwa 100.000 freilebende Tiger. Die Tigerpopulation hat sich durch Wilderei jedoch so stark reduziert, dass es weltweit mittlerweile nur noch etwa 3.900 freilebende Tiger gibt und er als stark gefährdete Spezies gilt. Grund dafür ist, dass Tigerprodukte zu horrenden Preisen gehandelt werden. Aus den Knochen von Tigern und Löwen wird sogenannter Tigerwein gekocht. Er gilt als Allheilmittel und hat ebenfalls keinerlei nachgewiesene Wirkung. Das Fell wird als Luxusprodukt, die Zähne und Tatzen als Glücksbringer gehandelt. Tigerwein und Tigerfleisch sind bei Touristen ein beliebtes exotisches Urlaubserlebnis.

Auch viele andere Tierarten sind durch die Wilderei vom Aussterben bedroht. Jedes Jahr werden weltweit ca. 35.000 Elefanten wegen ihrer Stoßzähne getötet. Somit stirbt im Durchschnitt alle 15 Minuten ein Elefant durch Wilderei. In den letzten sieben Jahren hat sich die Population dadurch um ein Fünftel reduziert. Einen neuen und zusätzlichen Anreiz für Elefantenwilderei bietet die Tatsache, dass die Haut des Elefanten auf dem asiatischen Markt sich wachsender Beliebtheit als billiger Füllstoff für Kosmetikprodukte und Cremes erfreut. Als kosmetischer Wirkstoff ist sie jedoch völlig wirkungslos.

Das Pangolin (Schuppentier) ist das meist gewilderte Säugetier der Welt. Im Schnitt stirbt alle fünf Minuten ein Pangolin durch die Hand eines Wilderers. Ihr Fleisch wird als Delikatesse gehandelt, ihre Schuppen als vermeintliches Wundermittel gegen allerlei Krankheiten und böse Geister. Dabei bestehen die Schuppen lediglich aus Keratin, dem gleichen Material wie menschliche Finger- und Fußnägel.

 

Doch nicht nur die Zahlen getöteter Tiere sind enorm angestiegen, auch die Methoden der Wilderer werden zunehmend brutaler und skrupelloser. Dahinter stehen meist mächtige Kartelle und korrupte Systeme mit mafiösen Strukturen. Diese Auftraggeber verdienen an der Wilderei den „Löwen“-Anteil, machen sich aber die Hände kaum schmutzig. Für die Drecksarbeit, die eigentliche Wilderei, werden meist mittellose Männer angeheuert, die auf das schnelle Geld angewiesen sind, um ihre Familien zu ernähren. Sie haben in ihrer finanziellen Misslage meist kaum eine andere Wahl als auf diesen Deal einzugehen – obwohl sie letzten Endes nur mit einem Minimalbetrag abgespeist werden.

 

Wilderei gehört inzwischen neben Drogen-, Menschenhandel und Produktpiraterie zu den größten illegalen Märkten weltweit. Jährlich werden geschätzt 20 Milliarden Euro Umsatz durch den Handel mit Wildtierprodukten erzielt – Tendenz steigend.

 

Was wir tun

Wilderei betrifft in den meisten Fällen nicht nur das betroffene einzelne Tier, sondern den gesamten Familienverbund. Werden Elterntiere getötet, bleiben Jungtiere meist traumatisiert, schutz- und hilflos zurück. Ohne ihre Eltern haben sie kaum eine Überlebenschance.

Aus diesem Grund unterstützen wir Tierwaisenhäuser und Auffangstationen, die Jungtiere aufziehen, deren Eltern Wilderern zum Opfer gefallen sind. Um mehr über unsere Unterstützerprojekte zu erfahren, klicke hier.

 

 

Ranger in Wildereigebieten sind oftmals nicht ausreichend ausgebildet. Ihr Job ist es, Wildtiere vor Wilderern zu schützen – dabei riskieren sie täglich ihr Leben. Motiviert durch den lukrativen illegalen Wildtierhandel und das sich stetig ausbreitende Netz mafiöser Strukturen, werden die Methoden der Wilderer immer brutaler und skrupelloser. Dadurch kommt es leider mittlerweile auf Seiten der Ranger zu unzähligen schweren Verletzungen und mehreren hunderten Todesfällen pro Jahr.

Um die Anti-Wilderei-Arbeit in den Krisengebieten effektiver zu gestalten und den Schutz der Ranger zu erhöhen, entwickeln wir in Kooperation mit Nahkampfexperten ein wirkungsvolles und nachhaltiges Training, das die Selbstschutzfähigkeiten der Ranger erhöht und die Souveränität in Konfliktsituationen mit Wilderern gewährleistet. Dadurch kann Leben auf zweierlei Weise geschützt werden: Das der Wildtiere UND das der Ranger. Um mehr über unser Rangerprojekt zu erfahren, klicke hier.