Touristische Ausbeutung von Wildtieren 

Im Urlaub werden die gute Laune der Touristen und ihr Wunsch nach einem besonderen Erlebnis häufig ausgenutzt.
Ein Ritt auf dem Elefanten oder ein Foto mit dem Äffchen als Urlaubserinnerung?

Bitte nehmen Sie von derlei Angeboten Abstand, denn die Tiere leiden fürchterlich darunter. 

Elefantenreiten

Elefanten sind sehr intelligente Tiere und verfügen über ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Sie würden es von sich aus niemals zulassen, dass sie Tag für Tag mit Ketten an den Füßen und Menschen auf dem Rücken über gepflasterte Straßen geführt werden.  Damit die Elefanten dies tun, werden sie über eine lange Zeit gewalttätig dazu dressiert. Von Artgenossen isoliert, an allen Vieren angebunden und gezerrt, unkontrolliert geschlagen – bis sie keinen Widerstand mehr leisten und ihr Wille gebrochen ist. Den Tieren wird brutal beigebracht, dass sie schlimmste Schmerzen zu erwarten haben, wenn sie nicht tun, was von ihnen verlangt wird. So geben sie sich ihrem Schicksal hin.

Der „Elefantenhaken“ ist das mächtigste Werkzeug der Elefantenführer. Mit diesem spitzen Haken kann dem Elefant bei der kleinsten falschen Bewegung mit Leichtigkeit Schmerz zugefügt und er daran erinnert werden, dass er genau das zu tun hat, was von ihm verlangt wird – Touristen einen Moment voller Freude vorgaukeln. Bitte verzichten Sie auf dieses vermeintliche Vergnügen – für den Elefanten bedeutet es ein Leben in Angst und körperlichen  sowie seelischen Schmerz. 

Elefantenwaschen

Das Elefantenwaschen ist ein relativ neues Angebot und erfreut sich leider äußerster Beliebtheit. Menschen bezahlen dafür, dass sie dabei helfen dürfen, einen Elefanten zu waschen. Ähnlich wie beim Elefantenreiten würden die Tiere dies von sich aus unter keinen Umständen zulassen – die Bedrohung, sich schutzlos einer potentiell gefährlichen Situation auszusetzen,  wäre viel zu groß, wenn sie im Wasser liegen und fremde Menschen auf ihnen herumklettern und sie abbürsten. Und das so oft am Tag, wie Touristen da sind und dafür zahlen. Darüber hinaus entspricht dies überhaupt nicht der natürlichen Hautpflege eines Elefanten. Die Tiere benutzen Wasser lediglich als Abkühlung. Sie reinigen sich, indem sie sich an Bäumen scheuern, im Schlamm suhlen und ihre Haut mit Sand bewerfen.  Vor allem die Pflege mit Sand und Schlamm schützt die empfindliche Elefantenhaut vor der direkten Sonneneinstrahlung. Dieser Sonnenschutz wird somit auch immer wieder durch das unnatürliche Waschen entfernt. Auch wenn man Elefanten gerne als Dickhäuter bezeichnet, ist ihre Haut doch so empfindlich, dass sie selbst die kleinste Berührung eines Insekts auf sich spüren. Beim Elefantenwaschen findet nicht nur eine für die Haut unangemessene vermeintliche Pflege statt, auch ist der Elefant permanenter Berührung ausgesetzt, ohne dass seine Bedürfnisse geachtet werden. Damit die Tiere dies alles über sich ergehen lassen, wird  auch hier ihr Wille  vorher durch unbeschreibliche Gewalt gebrochen. Sie tun dies also nur, weil sie keine Wahl haben. Auch sie wissen, dass sie schlimme Schmerzen zu erwarten haben, wenn sie das „Spiel“ nicht mitspielen.

Fotos mit Tieren

In vielen Urlaubsländern der Erde wird Touristen, meist an Straßenecken, angeboten, Fotos mit süßen Tieren zu machen. Was für die Touristen eine vermeintlich schöne und kurzweilige Urlaubserinnerung ist, bedeutet für die Tiere ein Leben in Qual. An Ketten gehalten oder in kleine Behälter eingesperrt, fristen sie ihr Dasein für den Dienst am nächsten Schnappschuss.

Bitte verzichten Sie darauf, Menschen zu bezahlen, um ein Foto mit Wildtieren knipsen zu dürfen. Denn nur solange Touristen dafür bezahlen, werden die Tiere an der Kette ausgebeutet.

Vermeintliche „Waisenhäuser“

Waisenhäuser und Auffangstationen für Jungtiere gibt es viele und sie erfüllen einen wichtigen Zweck. Die Elterntiere sind meist der Wilderei zum Opfer gefallen – ohne Auffangstationen wären auch die Jungtiere dem Tode geweiht. Diese Waisenhäuser etwa für Elefanten oder Nashörner sind auf Spenden und Unterstützung angewiesen. Eine wichtige Geldquelle sind Besucher, die eine Eintrittsspende zahlen, um die Jungtiere zu erleben und bei Fütterungen dabei zu sein.

Leider gibt es unseriöse Anbieter, die die Spendenbereitschaft der Touristen ausnutzen und nicht am Wohl der Tiere interessiert sind, sondern nur am Geld der Touristen. Diese vermeintlichen Auffangstationen haben in einigen Fällen gar keine Tiere in Not aufgenommen, sondern wollen lediglich den Schein erwecken.

Unseriöse Anbieter erkennen Sie u.a. daran, dass …

  • … Besucher sehr nahe an die Tiere heran dürfen, sie sogar berühren oder bei Fütterungen „helfen“ dürfen (meist gegen eine Extrasumme).
  • … Tierpfleger sehr grob mit den Tieren umgehen und die Tiere zu einer Interaktion mit Besuchen genötigt werden.
  • … ein sogenannter Elefantenhaken routinemäßig zum Einsatz kommt
  • … die Elefanten außerhalb der Attraktionen isoliert von ihren Artgenossen und an Ketten gehalten werden.

Seriöse Auffangstationen erkennen Sie daran, dass … 

  • … Tiere und Besucher klar räumlich voneinander getrennt sind.
  • … nach medizinischer Versorgung, Aufpäppeln oder dem Aufziehen das anschließende Auswildern der Tiere im Mittelpunkt steht.
  • … der Fokus der Tierpfleger auf den Tieren und nicht auf den Besuchern liegt.
  • … die Elefanten in natürlichen Familienverbänden leben und sich frei bewegen dürfen.
  • … die Tiere nicht zu Arbeits- oder Showzwecken eingesetzt werden.

Bitte erkundigen sie sich vor ihrem Besuch eines Waisenhauses oder einer Auffangstation darüber, ob es sich um einen seriösen Betreiber handelt und verzichten sie im Zweifelsfall lieber auf den Besuch. Sie leisten damit einen aktiven Beitrag zum Wohle der Tiere.

Das Tier als Souvenir

Tiersouvenirs sind im Trend. Elfenbeinschnitzereien, Korallenschmuck, Schlangenwein, Raubtierzähne oder getrocknete Seepferdchen sind nur einige Beispiele von Urlaubsmitbringseln auf Kosten unschuldiger Tierleben. An Perversität kaum zu übertreffen ist ein neuer Trend aus China: lebende Reptilien und Amphibien werden als Schlüsselanhänger verkauft. Hierfür werden die Tiere lebendig in kleine feste und luftdichte Plastikbeutel gesteckt – damit die Tiere nicht schon vor dem Kauf elendig verenden, ist etwas Wasser in die Beutel gefüllt. Kurze Zeit nach dem Kauf werden die Tiere ersticken und landen dann wahrscheinlich noch im Hotel der Touristen im Müll.

Bitte verzichten Sie unbedingt auf tierische Souvenirs! Nur solange der Verkauf lukrativ erscheint, werden Händler Tiere töten oder fangen, um sie oder Teile von ihnen zum Verkauf anzubieten.

Andere Angebote mit direktem Tierkontakt

Nicht nur Elefanten, auch Kamele oder Esel werden zum Ritt angeboten. Meist warten sie in sengender Hitze auf die nächsten Touristen, um sie am Seil oder an der Kette des Tierführers durch die Gegend zu tragen.

Bitte denken Sie bei jedem Kontakt zu (Wild-)tieren immer zunächst an das Tier:

  • Macht es das freiwillig?
  • Trage ich zur Ausbeutung bei?
  • Handle ich im Sinne des Tieres?